Cruising South Africa – Voortrekker Monument
Kurz bevor man vom Süden kommend nach Pretoria hineinfährt, steht auf einem Hügel von weitem gut erkennbar das Voortrekker Monument. In seiner Monumentalität erinnert es an das Völkerschlachtdenkmal. Wir zahlen ein kräftiges Eintrittsgeld, pro Person und pro Auto. Das Monument ist den Buren gewidmet, die im 19. Jahrhundert aus der Kapkolonie ins Land zogen. Es beschwört den Geist der Afrikaner, so nennen sich die afrikaanssprachigen Buren in Südafrika. 1937 wird mit dem Bau begonnen, 1949 wird es eröffnet. Drei namhafte Anführer des Großen Trecks stehen an den Ecken des Denkmals: Andries Pretorius, Piet Retief und Hendrik Potgieter. An der vierten Ecke steht “Der Voortrekker”. Um das Monument herum ist eine Mauer, deren Relief eine Wagenburg abbildet. Es ist das Symbol des Afrikaner-Volkes: loyal, solidarisch, standhaft, in der Minderheit einer Mehrheit gegenüber, wehrhaft, siegreich. “Ons vir jou Suidafrika” steht auf dem Altarstein im Keller des Monuments, auf welches man hinunterblicken kann. Wir für dich, Südafrika. Einmal im Jahr, am 16. Dezember, scheint die Sonne durch das Loch in der Kuppel direkt auf den Altarstein, um den sich allährlich eine Masse von afrikaans Leuten versammelt. Der 16. Dezember ist das Datum der Schlacht von Blood River im Jahre 1838, bei der 470 Voortrekker gegen geschätzte 10 000 Zulus aus ihrer Wagenburg heraus kämpften und dabei ca. 3 000 Zulus töteten, die in den Buffalo River fielen, der sich rot verfärbte. Nur drei Voortrekker wurden verletzt. Gott hatte das Afrikanervolk erwählt, er hatte es gesegnet und beschützt. Die Erwählten fühlten sich nicht nur berechtigt, sogar beauftragt, sich das Land und die Menschen untertan zu machen. In der Ausstellung wird eine Geschichte Südafrikas beschworen, welches erst mit dem Erschließen des Landes durch die Buren und den Opfern in Kriegen mit Zulus, Engländern und anderen Feinden, überhaupt zu existieren beginnt. Von Unterdrückung oder Apartheid gar keine Rede. In einem Glaskasten sieht man die ewige Flamme der Afrikanerseele brennen. Seit ich 1992 dort war, scheint nichts verändert außer die Ausstellungstafeln, auf denen nun auch eine Textfassung in Zulu steht.


